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Pressetext:

Das auf mittlerweile sieben Köpfe angewachsene Musikensemble „Herbstwind“ gründete sich bereits 2008  in Marburg an der Lahn.

Die Begeisterung für mittelalterliche Musik ohne Dudelsäcke, aber trotzdem angepasst auf das Mehrstimmigkeit und Intonation gewohnte moderne Ohr, hat sich über die Jahre gehalten und zu vielen eigenen Sätzen und Werken geführt, die den ganz eigenen Stil von Herbstwind widerspiegeln. Durch die Freundschaft zu etlichen Tanzformationen hat sich über die Jahre neben den Märkten auch die Untermalung von Renaissancebällen und LARP-Veranstaltungen als zweites Standbein entwickelt.

Einen bunten Querschnitt durch ihr musikalisches Repertoire haben die Musiker von Herbstwind 2015 mit ihrer CD „Durch die Zeiten“ festgehalten.

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Bandgeschichte:

Es war einmal im Herbst 2007….

…unser Harfist Fabian war frisch nach Marburg gekommen und suchte im Netz nach Leuten, die zusammen mit ihm „Filkmusik“ (fantastisch/mittelalterliche Balladen, die von Magie, Rittern, Burgen und anderen romantisierenden Themen handeln) spielen würden. Andreas wurde durch Bekannte auf Fabians Suche aufmerksam gemacht und so entstand der erste harte Kern der noch namenlosen Band.

Fabian spielte Harfe, Andreas Schlagzeug, weshalb zunächst einmal beschlossen wurde, Stücke von Bands wie Schandmaul nachzuspielen. Doch ob mittelalterlich oder mittelalternativ – es mussten mehr Musiker her, um eine ordentliche Band aufzustellen.

Andreas fragte sehr beharrlich Bekannte und Freunde, die als instrumentell bewaffnet galten und hatte damit Erfolg: Zwei Gitarrenspieler kamen und gingen mangels Übungsfreude wieder, zwei ernsthafter interessierte – Julia mit Violine und Robin mit Flöte – blieben. So wurde März 2008 zum Leidwesen gewisser Nachbarn beschlossen, sich regelmäßig einmal in der Woche zum gemeinsamen Musizieren zu treffen.

Am 1. Mai 2008 besuchten wir gemeinsam den Mittelaltermarkt Freienfels auf dem schon erste vorsichtige musikalische Schritte unternommen wurden. Nach einem Konzertbesuch einer Mittelalterband in einer der zahlreichen Marburger Kneipen wurden wir uns erstmals der GEMA-Problematik bewusst und nahmen letztlich alle modernen, GEMA geschützten Stücke aus unserem Programm heraus.

Der Mittelaltermarkt im August 2008 in Marburg, also quasi vor unserer Haustür, wurde auserkoren einen ersten beherzten Schritt in Richtung „ordentlicher Auftritt“ zu wagen. Ein Name für die Band musste her und nach unzähligen Diskussionen wurde der Name „Herbstwind“ als das kleinste gemeinsame Übel beschlossen. Kostüme wurden zusammengeliehen, das elektronische Schlagzeug aus logistischen Gründen durch eine einfache Rahmentrommel ersetzt und mangels Noten im Kopf diese auf Papier eingepackt.

Frisch gerüstet traten wir anfangs noch schüchtern unten in den Straßen Marburgs, dann beherzter in das Marktgetümmel im Schlosspark einmarschierend, unsere Auftritte an. Wir lernten den großen Unterschied zwischen der Akustik im Freien und im Zimmer kennen und die Tücken windigen Wetters hinsichtlich Notenblättern. Kurzerhand sahen wir uns genötigt eine erste gemeinsame Investition in Wäscheklammern zu EUR 1,50 zu tätigen, damit wir überhaupt spielen konnten.

Freienfels 2014Nach diesen ersten turbulenten Erfahrungen waren wir jedoch nichtsdestotrotz so vom Mittelaltertreiben begeistert, dass der gemeinsame Beschluss gefasst wurde, weiterhin Auftritte auf solcherlei Märkten anzustreben. Und natürlich sämtliche Stücke wind- und wetterfest auswendig zu lernen.

Anfang 2009 stieß Jasmin, mit Klarinette, Flöte und Gesang zu Herbstwind dazu. Die doch etwas modern anmutende Klarinette wurde bald darauf durch eine Chalumeau, ein Vorläufer derselben, ersetzt.

Der nächste große Auftritt war Freienfels 2009. Wir hatten uns diesmal beim Veranstalter angekündigt, wurden sehr freundlich empfangen und durften gegen musikalischen Gegenwert kostenlos aufs Gelände. Wir beobachteten eine der offiziellen Tanzgruppen, die zu Konservenmusik auftraten und registrierten stolz, dass wir die gerade zu hörenden Stücke auch im Repertoire hatten. Fabian sprach die Gruppe nach ihrem Auftritt an, ob man sich nicht ein bisschen zusammentun wolle und so tanzten die Reifenberger Härmeleins später im Lager zu unserem Spiel. Begeistert von dieser Aktion, beschlossen wir, mehr Tanzstücke zu lernen, wie man am heutigen Repertoire sehen kann.

Einige Zeit nach unserem Besuch in Freienfels bekamen wir die Anfrage vom Veranstalter, ob wir im nächsten Jahr nicht offiziell als Band auftreten wollten. Die Antwort hierauf fiel einstimmig aus… 😉

Auf dem Markt Freienfels 2010 nun offiziell eingeladen, hörten wir bis kurz vor Beginn nichs mehr vom Veranstalter bis wir das Programm zugeschickt bekamen und fast einen kollektiven Herzkasper erlitten. Wir waren für insgesamt 4 Auftritte á 30 min und 1 Auftritt von einer Stunde fest im Programm eingeplant. Nach dem ersten Schock packte uns der Ehrgeiz und wir probten die letzten Wochen wie verrückt, um ein angemessenes Programm auf die Beine zu stellen.

Freienfels 2014Mangels authentischer Zelte mussten wir auf der sogenannten Pestwiese etwas ausserhalb lagern. Da wir fest im Programm eingebunden waren, eilten wir von Auftritt zu Auftritt und konnten nur wenig das Markttreiben genießen. Dankenswerterweise gewährte uns das befreundete Bärenlager Asyl, um zwischenzeitig etwas zu verschnaufen. Zudem knüpften wir Kontakte zur Tanz- und Musikgruppe Faux Pas, die gerne das Tanzbein zu unserer Musik schwangen. Unsere erste hart erarbeitete Gage investierten wir in ein authentisch anmutendes Rundzelt, damit auch wir im nächsten Jahr endlich richtig im Lagerleben dabei sein dürften. Freienfels wurde so im Laufe der Jahre ein fester Bestandteil der Band und unser Lager ist dank zahlreicher Freunde mittlerweile auf 12-16 Mann Festbesetzung gewachsen.

2012 schaffte es Fabian nach jahrelangem in-den-Ohren liegen der anderen Bandmitglieder alle zu überreden uns für einen Renaissanceball im Rahmen eines Live-Rollenspiels anheuern zu lassen. Atmospärisch dicht wie auf einem Filmsetting- nur ohne Kameras – hat uns diese Art Veranstaltung mittlerweile so begeistert, dass es unser zweites Standbein wurde.

Maddie und Max1aEnde 2015 stießen  Maddie und Max von Ifirnstanz,  mit denen wir seit 2013 bei diversen LARPs viel Spass beim gemeinsamen Musizieren hatten, schließlich zu unserer großen Freude zu uns. Ihre Vielseitigkeit in Instrumenten und Gesang sowie die Begeisterung für unser eher anspruchsvolles Repertoire und auch die Stücke die, die beiden zu uns mitbrachten, sind eine weitere Bereicherung für Herbstwind geworden. Und so marschieren wir nun erstmal zu 7. weiter und freuen uns auf die zukünftigen Veranstaltungen, die wir gemeinsam untermalen wollen und dürfen!

Inzwischen geht aber auch das „normale“ Leben weiter, fast alle haben mittlerweile ihr Studium erfolgreich beendet und sind an neue Orte gezogen. Intensiv geübt wird nun auf großen gemeinsamen Probenwochenenden ein- bis zweimal im Monat.

Dennoch konnten wir bei unseren letzten Auftritten stets erfreut feststellen, dass wir eine gewisse Routine entwickelt haben und deutlich lockerer und gelassener auf der Bühne stehen. Und so möge es in den kommenden Jahren auch weitergehen, damit diese Bandgeschichte nicht so bald fertiggeschrieben ist…